Alpen 1998: Radstädter Tauernpaß, Millstädter See, Ossiacher See, Villach, Badgastein
Neben der Brennerroute ist dies eine der wenigen österreichischen Strecken auf der man ohne Maut nach Süden kommt. Deshalb mußten wir diese einfach ausprobieren für unsere Kärntenrundreise. Am 09.08. starteten wir um 9.3o Uhr und kamen gegen 19.45 Uhr wieder zurück.
In Kürze:
Saalbach, Saalfeld, Maria Alm, Bischofshofen, Radstadt, Tauernpaß, Mauterndorf, Predlitz, Turracher Höhe, Nockalm, Eisentratten, Millstadt, Radenthein, Afritz, Arriach, Feldkirchen i.K., Bodensdorf, Villach, Spittal a.d. Drau, Tauernschleuße, Lend, Bruck, Zell a.S., Saalbach
490 km
Im Detail:
Die
Strecke fasziniert bereits kurz hinter Saalfeld nach Maria Alm
durch seinen Kurvenreichtum. Eine sehr schöne Strecke, richtig
zum Abwedeln. Die Straße folgt dabei dem Bach Urschlau. Nach
Maria Alm fahren wir über den Filzensattel nach Dienten und
halten uns dort links und klettern auf der 164 den Berg hoch. Vor uns erhebt sich der Hochkönig und die "übergossene
Alm" in voller Pracht.Über den Dietener Sattel (1342 m) führt
unser Weg wieder talwärts, häufig durch Wald und durch schöne
Kurven, nach Mühlbach. Gerade auf dem letzten Streckenabschnitt
bewegen sich oft Wanderer auf der Straße, also Vorsicht. Auch
das Gefälle ist nicht zu unterschätzen: die 18% waren oft zu
riechen, wenn Autofahrer vergaßen, daß es auch einen ersten
und zweiten Gang gibt.
Von Mühlbach bis Bischofshofen folgen wir dem Mühlbach und winden uns auch genauso durch die Felsen links und rechts. Ein super Streckenabschnitt! Plötzlich öffnet sich der Durchgang in der Breite und Bischofshofen zeigt sich auf der linken Seite. Wir biegen links ab auf die 311 und fahren auf die Autobahn Richtung Villach.
Nach ein
paar einem kurzen Drehs am Gasgriff haben wir die Anschlußstelle
Ennstal erreicht und
verlassen die Autobahn Richtung Radstadt. Hinter Radstadt biegen
wir auf die 99 ab und fahren auf einer super Strecke nach
Obertauern. Dabei erwarten uns Steigungen bis 15% und schön zu
fahrende weite Kurven. Obertauern (1730 m) scheint erst im
Winter richtig aufzuwachen. Einige Pensionen und Hotels waren
regelrecht verrammelt. Tamsweg ist die nächste Station, von wo
aus wir nach Predlitz weiterfahren. In Predlitz biegen wir nach
Turrach ab. Ab hier beginnt der Straßenbelag schlechter zu
werden. Dafür ist kaum Verkehr. Aber trotz etwas Holpern ist
die Fahrt durchs Turrachtal auf der 95 sehr reizvoll. Die
Strecke steigt langsam aber stetig bis Turrach auf 1270 m an.
Nach Turrach wird's steiler und wir lassen uns auf die 1783 Höhenmeter
der Turracher Höhe liften. Hier machen wir am See erst mal
Rast, genießen die Landschaft und verdrecken schließlich
unsere Pan beim Versuch einige der Ferienhäuser und Hotels oben
auf dem Rinsennock zu erreichen. Der Weg der da hochführt macht
mit einer Enduro sicher Spaß: ungeteert, Schotter, Splitt und
Staub. Nachdem wir alles gesehen hatten, was eventuell für den
nächsten Urlaub in Frage kommen könnte, ging es die Turracher
Höhe wieder steil hinunter (bis zu 26%) zur Nockalm-Straße.
Die
Abzweigung nach rechts zur Nockalmstraße liegt etwas versteckt. Es geht etwas bergauf zu Mautstelle (90 ATS) . Diese Ausgabe
lohnt sich wirklich voll und ganz. Die Fahrt führt auf einer
nicht zu schmalen Straße mit sehr gutem Belag hoch zur Nockalm
im Nationalpark Nockberge. Auf der Straße herrscht ein
Speed-Limit von 60 km/h. Zu Beginn der Strecke mag das
vielleicht langweilig wirken, aber spätestens nach den ersten
Kehren will (oder kann) man gar nicht schneller fahren.
Mit
steigender Höhe erlebt man sehr gut die Änderung der
Vegetation. Man kann richtig zusehen, wie sich Kiefer/Fichten
zugunsten der Zirbeln verabschieden bis nur noch Gras und Fels
übrig ist. Auf der Nockalm gibt es selbstverständlich
Bewirtung und allerlei Krimskrams, daneben wild aussehene
Holzfiguren aus Stämmen und Wurzeln. Abergläubische Naturen können
noch die Wunschglocke läuten, bevor es wieder hinunter ins Tal
geht. Allein wegen der Aussicht lohnt es sich, an den
Holzfiguren vorbei zur Glocke hochzusteigen. Es sind nur wenige
Meter.
In Interkrems endet die Mautstraße und wir fahren weiter über Vorderkrems und Eisentratten nach Gemünd. Die Straße bleibt weiterhin interessant und schön zu fahren. In Gemünd führt unser Weg Richtung Millstädter See. Wir kriechen am rechts von uns gelegenen See entlang. Es sind einfach zu viele Badegäste unterwegs. In Radenthein geht es weiter über Afritz, Arriach, Klöstere und Himmelberg nach Feldkirchen i.K.. Der Weg von Arriach bis Himmelberg war etwas holprig, schmal und abenteuerlich. Außer Wald nichts. In der letzten Siedlung fragen wir noch mal, ob wir hier wirklich nach Feldkirchen richtig unterwegs sind. "Das stimmt schon ... haltet's Euch immer rechts ... und paßt aufs Wild auf, das um diese Zeit (gegen vier Uhr) über die Straße rennt", war die Antwort des netten älteren Herren. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir auf dieser Straße fuhren. 10 km werden es schon gewesen sein. In der Zeit begegneten uns ganze zwei Autos. Die Strecke wurde schon alleine deshalb recht lang, weil die Reservelampe schon geraume Zeit brannte und für ein mulmiges Gefühl beim Fahrer sorgte. Spätestens ab Himmelberg haben wir die "Outbacks" hinter uns gelassen und bewegen uns über Feldkirchen wieder auf "normalen" Straßen nach Tiffen, Steinsdorf und Bodensdorf entlang des Ossiacher Sees.
Über
die Anschlußstelle Ossiacher See fahren wir auf die Autobahn,
an Spittal a.d. Drau vorbei und verlassen die Piste an der
Ausfahrt Lendorf. Über die 106 kommen wir nach Obervellach,
biegen rechts ab auf die 105 nach Mallnitz zur Bahnverladung.
Diesen Gag mußten wir einfach mal mitmachen (90 ATS). Als
Motorradfahrer kann man sich in die Autoschlange einreihen und
sein Ticket kaufen oder gleich vorfahren und im Waggon bezahlen.
Bei der Auffahrt auf den Zug folgt man nicht den Autos, sondern
stellt sein Bike im letzten (geschlossenen) Waggon ab. Dabei
schiebt man das Motorrad am besten rückwärts in den Anhänger,
um bei Ankunft gleich herausfahren zu können.
Nach etwa 10 Minuten Fahrt hat der Zug das andere Ende des Tunnels bei Böckstein erreicht. Dabei schadet es sicherlich nicht, die Mühle während der Zugfahrt auf dem Ständer etwas zu beruhigen. Über Badgastein und Bad Hofgastein durchfahren wir das gesamte Gasteiner Tal und biegen bei Lend links auf die 311 ab. Von Lend kommen wir über Taxenbach nach Bruck a.G.. Von da aus ging's wieder zurück nach Saalbach.
Fazit des Tages: Saugut die Nockalmstraße. Eigentlich war die ganze Strecke ein Muß. Die Autobahnetappen waren so schlecht auch nicht. Ein Gag: die Bahnverladung. Wir fuhren zusammen mit zwei Enduristi. Hier erhält man Tipps wo man noch fahren sollte etc.
Achtung: Seit Feb. 2000 werden keine Waggons für Motorräder mehr eingesetzt! Ein Transport mit dem Motorrad ist nicht mehr möglich. Soweit auch eine Information des ACE.
Copyright 1998-2006, Harald Meyer, 96193 Wachenroth. Letzte Änderung 11.11.06